Zu Beginn des neuen Jahres befinden sich die Aktienmärkte weltweit im Spannungsfeld zwischen rückläufigem Wirtschaftswachstum und sinkenden Zinsen. Eine Rezession in den USA dürfte vermieden werden und die Märkte sollten neue Stärke finden, sobald die überzogenen Bewertungen und Erwartungen korrigiert wurden.
Gut positioniert um von den zu erwartenden Entwicklungen zu profitieren sind die Märkte in Osteuropa. Die Börsen in Polen, Ungarn, Tschechien und Slowenien sind im Vergleich zu den EU-Börsen niedrig bewertet und profitieren von überdurchschnittlichem Wirtschaftswachstum. Die Perspektive des EU-Beitritts wird zu einer Konvergenz-Rally ähnlich der in Portugal und Griechenland im vergangenen Jahrzehnt führen.
Als eine der besten Anlageideen für die nächste Zeit im Bereich closed-end funds könnte sich daher „The Central European Equity Fund“ erweisen.
C E E (NYSE – 12.9375 $ Ende
2000)
Empfehlung und weiterführende Links im englischen Text Recommendations
Anleger, die noch nicht über ein
Brokerkonto verfügen, sollten ihre Anlagen in den in Deutschland üblichen
offenen Investmentfonds aus steuerlichen und Performanceüberlegungen in
Indexzertifikate umschichten. Ausführliche Informationen hierzu finden sich
unter indexz.
Drägerwerk AG Genussschein Serie K von 1991 (WKN 555067 Frankfurt 33,5 Euro per 5.1.01)
Bei Genussscheinen handelt es sich um eine Mischform zwischen Aktien und Renten. Dieses Papier schüttet zum Jahresende das zehnfache der Dividende einer Aktie der Drägerwerke AG aus. Ende 2000 waren das 4,2 Euro, was einer Rendite von 12,5 % entspricht. Es werden 3 verschiedene Serien dieser Genussscheine gehandelt, nämlich K von 1991, A von 1983 und D von 1998. Gestern, am 3.1.00 lag der Kurs von Serie K und D bei 33,5 Euro. Die Papiere werden recht selten und nur in kleinen Stückzahlen gehandelt. Dies macht sie für Profis uninteressant. Diese Genüsse haben einen Nennwert von früher DM 50, jetzt Euro 25,56 und eine nachzahlbare Mindestausschüttung von 5% (Serie K und A) vom Nennwert.
Die Drägerwerke mit Sitz in Lübeck ist ein kleines seit über 100 Jahren bestehendes Unternehmen im Bereich Medizin-, Sicherheits- und Luftfahrtechnik mit einer sehr hohen Exportquote von 59%. Hergestellt werden z.B. Atemschutzmasken, Geräte der Gasmesstechnik, Notsauerstoff-Versorgungseinrichtungen in Flugzeugen.
Dieser Schein ist besonders als Alternative zu festverzinslichen Anlagen interessant.
Die Drägerwerke kündigten am 4.10.00 eine Umstrukturierung ihrer größten Sparte, nämlich Medizintechnik an. Dies führt im Geschäftsjahr 2000 zu einem negativen Ergebnis und damit zu einem Dividendenausfall. Im kommenden Jahr soll jedoch bereits wieder ein Ergebnis von 25 Mio. DM erzielt werden.
Nur die Genussscheine der Serien K und A , die eine Mindestverzinsung von 5% vom Nennwert garantieren, dürften daher für 2001 also 1,278 Euro ausschütten, was einer Rendite von 3,8 % entspricht. Die Serie D von 1998 (WKN 555071) weicht in der Ausstattung von den beiden älteren Serien ab: Wegfall der Mindestverzinsung, Verlustbeteiligung und entsprechende Aufholmechanismen.
Nach Wiederaufnahme der Dividendenzahlung in 2001 könnte die Ausschüttungsrendite deutlich steigen. Interessant bleibt das Papier im Vergleich zu Renten aber auch wegen den geänderten Steuergesetzen. Danach werden Dividenden dann nur noch zur Hälfte versteuert, während Zinseinnahmen weiterhin voll besteuert werden. Bei Wiederaufnahme der Dividendenzahlungen mit 0,42 Euro wie in 1999, ergäbe sich beim Kurs von 33,5 eine zur Hälfte steuerfreie Rendite von 12,5%.
4. Januar 2001
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Rainer Feix, Anlage- und Vermögensberatung,
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